Alles ist schlecht, alles und alle

… und teilweise ist es im KLÄN sogar noch darüber hinaus schlecht. Wenn das Maximum an Schlechtigkeit schon erreicht scheint, setzen wir dem noch die Krone auf. In Heart of Fear muss man also jeden Boss etwa 3 dutzend mal die Hände vorm Gesicht zusammenschlagen, mit steigender Tryzahl entsprechend ein wenig härter. So ein manch ein Glaskinn ist dabei schon zerbrochen, in den seltensten Fällen aber die Bosse. Ein kurzer Abriss der Unfähigkeit:

Imperial Vizier Zor’lok

Mit Zor’lok steigen Volltrottel wie wir noch verhältnismäßig lässig in den HoF-Raidbetrieb ein. Attenuation sieht bei uns vielleicht hin und wieder ein wenig actionreicher aus als anderswo und Force & Verve bringt vielleicht auch öfter mal wen um, aber was will man machen, wenn Kelios z.B. immer noch quasi-grün equippt ist, weil bei uns vorrangig schwere Rüstung in allen Formen und Farben droppt.

Blade Lord Ta’yak

Lanoos persönlicher Endboss der Instanz ist schnell gemacht, wenn man nicht wie ein echter Bro Unseen Strikes ganz alleine abfangen will oder den Hindernisslauf gen Ende ständig nur von der falschen Seite des Raumes sehen kann. Fackelträgerkönig Lanoo, der nach eigenen Angaben den berüchtigten Fackellauf bei den August Celestials in Rekordzeit und im ersten Versuch schafft, fällt hier leider ein wenig aus dem Raster – vermutlich wegen Pech. Neueste Strategien sehen vor, Lanoo einfach in Phase 2 direkt stehen zu lassen, damit er schon korrekt steht, sobald Ta’yak die Seite wechselt. Heiler die ihn bis dahin am Leben halten können haben wir auch mindestens 4.

Garalon

Jetzt wird es langsam interessant! Vor allem aber wird es meist extrem knapp und eng. Eng schon, weil wir mit Pheromonen nur allzu gerne die Mona Lisa nachzumalen versuchen und hinterher plötzlich nur noch ein passierbares Nadelör zum Kiten haben. Knapp natürlich, weil der Enrage hier unser bester Freund ist. Überhaupt sehen wir Enrage ab hier mit einer Regelmäßigkeit, mit der Valkas vielleicht seine 20 Großväter sehen sollte, damit er sich deren Geburtstage merken kann. Überraschend wegen eines Geburtstages verhindert zu sein geschieht leider wesentlich öfter als ein rundum erfolgreiches Bestreiten dieses Kampfes, wipen wir doch öfter in niedrigprozentigen Bereichen als es einem – besonders hier – lieb wäre. Der Fun Lord ist Garalon ja nun leider definitiv nicht.

Wind Lord Mel’jarak

CC statt Damage? Kann im KLÄN nicht funktionieren! Wenn man nun möglichst mit dem Rücken seinem aus dem Kampfgeschehen genommenen Add zugewandt steht und 5 Sekunden nach Ablauf des Stuns feststellt, dass man jetzt plötzlich geschlagen wird, dann “Starrköpfige Verwurzelung” auf sich selbst wirkt, die Zähne zusammenbeißt und weiter in den Boss dealt, während der Tank 2 Fußballfelder weiter das Spektakel mit ansehen muss, hat den Kampf kläntauglich gemacht. Ganz besonderer Spaß jedoch ist das Whirling Blade aka der Schwerterang. Was ist besser als ein Schwert als Boomerang? Jemand, der diesem nicht ausweicht. Wenn das Konstrukt mit der Geschwindigkeit einer Dampfwalze im Sparmodus auf einen Auserwählten zufliegt, dann hat dieser Auserwählte im KLÄN besonders großes Glück, da er dem Kampf nicht mehr so lang beiwohnen muss. Zu aller Überraschung klappte immerhin das Spiel mit den Windbomben, dafür scheiterte es wieder ein paar Mal am Enrage. Solange Damagepate Don Banzy mit stumpfen und unsoliden Klappmessern der Kuchenblechmafia spielen muss, ist leider auch nicht mehr drin.

Amber-Shaper Un’sok

Man könnte ihn auch Enttäuschungsformer Un’sok nennen. Wenn selbst der ehemalige Petboss Mathi, welcher noch heute von grandiosen Leistungen bei Gorefiend zehren kann, hier sein Konstrukt nicht vernünftig bedienen kann, an jeder denkbaren Explosion scheitert und es zu guter letzt irgendwo in seinem Kopf explodiert – wer kann es dann im KLÄN? Im Zweifelsfalle niemand, weshalb wir fast nie mehr als den normalen Schaden machen, obwohl man eigentlich den Boss und seine Monströsität total toll debuffen kann und anschließend mächtigen Hordendamage in den Boss liefert, womit jede Gümmeltruppe dann auch halb so viel Zeit benötigen dürfte wie wir. Dafür haben wir dann ein paar Stunden Spaß, in denen jeder einmal Indiana Jones spielen kann und früher oder später wie der große Entdecker schlechthin erkundet, was sein Konstrukt denn nun genau kann und was man damit so tolles machen muss. Fürchtete man sich früher in Petkämpfen nur vor Einzelpersonen, so ist hier die komplette Gilde der Feind:

  • Garantien, aus seinem Konstrukt auch wieder lebend herauszukommen, gibt es nicht.
  • Strahlen werden mit Vorliebe durch andere Spieler gekitet.
  • Am besten steht man immer auf einem Haufen, damit der geworfene Tank nicht nur einen armen Trottel stunnt.
  • Wenn du nicht weißt, was du wann wie unterbrechen kannst, dann ist nur folgerichtig, dass du es nicht tun brauchst.

So stellen wir uns hier dann jeden Try noch ein wenig mehr an wie bernsteinfarbene Höhlenmenschen. Immerhin findet sich dann nach jedem Try ein Oberhöhlenmensch, der erkannt haben will, wie man nun Feuer macht. Feuer macht man hier zumeist, indem man eine von vier Tasten drückt, die Komplexität ist also etwa im Rahmen von Vanilla WoW – leider zuviel für den KLÄN. Der Kill selbst ist an Erstaunlichkeit kaum zu übertreffen, waren doch nicht nur wir alle, sondern auch der Boss selbst tot. Dafür mussten wir sogar nur 2 mal in die letzte Phase kommen, wobei wir hier wiederum feststellen mussten, dass wir dies vermutlich – so beschissen und unsinnig wie wir spielten – nie wieder schaffen werden und somit am besten für alle Ewigkeit einen großen Bogen um die kompletten Dread Wastes machen sollten. Wenn etwas ungefähr so schwierig ist wie Butterbrote zu schmieren, dann lassen sich im Falle des Scheiterns auch kaum noch aufmunternde Worte finden.

Grand Empress Shek’zeer

Immerhin kann man froh sein, dass wir sie überhaupt nur sehen konnten; gerechnet hat selbst hier vermutlich niemand so richtig damit. Mit 3 Raidtagen ist man realistisch betrachtet bei demnächst sage und schreibe 16 Bossen auch arg limitiert, obwohl man ja paradoxerweise ach so viele Möglichkeiten hat. Leider muss man einen Spagat zwischen “überhaupt clearen, was man bisher geschafft hat” und “auch schaffen, was noch nicht geschafft wurde” hinbekommen (schwierig, da wir weder gelenkig genug für Spagate sind noch irgendetwas schaffen). Wenn man nun nicht Beta gespielt hat, in Sachen Intelligenz eher unbeteiligt bis außenstehend ist und wem für Guides die Fähigkeit des Lesens oder in Zeiten von Youtube auch gerne des aufmerksamen Zuschauens fehlt, der kommt im Zweifelsfalle dann in den KLÄN und wiped in bester Gesellschaft so einen dieser drei Abende lang. Am Ende kristallisieren sich dann trotzdem noch Leute heraus, die dann immerhin freiwillig zugeben, dass sie die letzte Phase eigentlich genau gar nicht verstanden haben, aber doch irgendwie wie durch Gotteshand gelenkt bis zum Ende überleben konnten, sodass wir mit viel Glück und genau keinem Verstand nicht einmal eine handvoll Versuche in die letzte Phase schaffen mussten um den Kill zu erringen. Würden in Deutschland nur halb soviele Personen fälschlicherweise ins Gefängniss gesperrt wie wir auf unserem Weg dahin die falschen Mobs in die Fallen packten, so müssten wir vermutlich alle hinter schwedischen Gardinen spielen. Selbst Valkas Opa müsste dann hinter schwedischen Gardinen Geburtstag feiern und Claus müsste nie wieder seine Schwester vom Bahnhof abholen, da sie Knastinsasse wäre. Und er auch.
Ansonsten gibt es natürlich noch genug Gründe um zu sterben. Explodierende Dissonanzfelder sind im KLÄN z.B. sehr, sehr hart und sehr, sehr schlecht. Wie alles eigentlich, außer Pet Battles.

Pet Battles und Bäume. Wer braucht schon Spirits of Harmony?!

Zum Glück bringt die existenzielle Zeitarmut mit sich, dass wir gar nicht genug Möglichkeiten haben, an Hardmodes zu scheitern. Im KLÄN 3.0 ist alles hart. Alles, und noch viel mehr.

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November 14, 2012 in MoP, Raids

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